Das MadonnenländchenDie Region zwischen den Flüssen Main, Tauber, Jagst und Neckar wird gerne als „Madonnenländchen“ bezeichnet.

Ein Name, den der badischen Heimatforscher Hermann Eris Busse der Region aufgrund seiner vielen religiösen Kleindenkmale in den 1920er Jahren gab. Und in der Tat sind Bildstöcke und Madonnenbilder bis heute häufig in der Flur und in den Orten anzutreffen.

Sie zeugen zum einen von der tiefen Frömmigkeit der Menschen zum anderen aber auch von dem Schwierigkeiten und Sorgen der Bewohner dieses ziemlich rauen Landstrichs. In Form von religiösen Kleindenkmalen drückten (und drücken) die Menschen Ihre Bitten oder Ihren Dank aus.

Das MadonnenländchenSo berichten die Inschriften auf den Denkmalen von Unglücken, von Rettung aus der Not, von Dank für die sichere Heimkehr aus einem Krieg usw.. Manchmal sind es ausschließlich die Bilder, die eine eigene Sprache sprechen und gedeutet werden wollen.

Verstärkt wird diese Bildstockkultur durch die Wallfahrt zum „Heiligen Blut“ in Walldürn. Viele Fußwallfahrten aus der Mitte Deutschlands führen seit fast 700 Jahren in die prächtige Basilika und sind auch ein Grund für viele Kleindenkmale. Spazieren Sie mit geschärften Augen durch die Landschaft und die Orte und Sie werden so manches Kleinod entdecken.

Literatur:

Seidenspinner Wolfgang: Die Erfindung des Madonnenländchens. Die kulturelle Regionalisierung des Badischen Frankenlands zwischen Heimat und Nation. (Zwischen Neckar und Main. Schriftenreihe des Vereins Bezirksmuseum e.V. Buchen, 30) Buchen 2004.


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